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Magazin 01/20

Magazin 01/20

KMS Peine Magazin 01/20

Digital unterwegs

Liebe Leserinnen und Leser,

wir freuen uns sehr, dass Sie sich die Zeit nehmen und unser neues Magazin lesen. Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen und so haben wir als kommunaler Bildungspartner schnell reagiert und bieten seit dem 16.03.2020 einen großen Teil unserer Angebotspalette auch online an. „Digital Unterwegs“ heißt unser erstes Magazin in dieser Form und so möchten wir Ihnen gerne neue Projekte, Entwicklungen und Berichte über unser Musikschulleben präsentieren.

Gerne stehen wir Ihnen jederzeit für Wünsche und Kritik zur Verfügung und wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Ihr und Euer Team vom Musikschulmagazin

Digitaler Unterricht

Seit dem 16.03.2020 findet der Unterricht an unserer Musikschule nur noch online statt. Am Wochenende zuvor hat sich ein zehnköpfiges „Digital Team“ gebildet, welches die Lehrkräfte bei der Einrichtung der Technik für den Unterricht unterstützte und immer mit einer Antwort, Erklärung oder Lösung zur Seite stand. Nicht nur die Lehrerinnen mussten sich dieser neuen Situation anpassen, sondern auch die Schülerinnen und Schüler. Unser Team wurde in kürzester Zeit zu Expertinnen von Onlinediensten wie Skype, Facetime oder Zoom, um so auch den Schülern im nächsten Schritt bei der Einrichtung helfen konnten.

Und dann ging es auch schon los: Die ersten Lehrer*innen starteten bereits am 16.03.2020 mit dem Onlineunterricht. Auf der einen Seite erfreut darüber, dass der Unterricht weitergehen und jedem ein bisschen Normalität geboten werden kann und auf der anderen Seite wohl auch mit etwas Angst, ob jetzt wirklich alles funktioniert und einer gewissen Unsicherheit, wie der Unterricht sich gestalten wird. Allen war relativ schnell klar, dass man digital nicht so unterrichten kann wie im persönlichen Kontakt. Ein Zusammenspiel zwischen Lehrkraft und Schüler*in ist zum Beispiel in den meisten Fällen leider nicht möglich, da zu viel Zeitverzögerung vorhanden ist.

Viele Lehrkräfte finden die Idee der neuen Unterrichtsform super, jedoch ist auch jedem klar, dass der Onlineunterricht den persönlichen Unterricht auf Dauer nicht ersetzen kann. In unsere Online-Gesamtkonferenz fiel daher nicht nur einmal der Satz: „Manchmal ist es einfach schön, ein persönliches Gespräch zu führen, zusammen musizieren zu können oder beispielsweise die Technik am Instrument direkt verbessern zu können.“

Im Verlauf der letzten Wochen konnte jede Lehrkraft ein eigenes Fazit für sich ziehen:

Onlineunterricht? Ja, eine gute Lösung, jedoch ist es auch anstrengend, den ganzen Tag vor einem Computer, dem Tablet oder dem Handy zu sitzen und durch eine Kamera mit den Schülern zu kommunizieren. Vor allem, da viele ja nicht nur einen Tag in der Woche unterrichten, sondern auch zwei, drei oder mehr Tage.

Einige finden es aber auch entspannter, die Unterrichtszeiten flexibler gestalten zu können. Dadurch, dass die Schule derzeit geschlossen ist, können Schülerinnen und Schüler auch am Vormittag unterrichtet werden und die Lehrkräfte haben nachmittags Zeit für andere Projekte oder auch ihre Familien.

Für viele Schülerinnen und Schüler ist der Onlineunterricht eine ganz neue Erfahrung. Wo sonst zu Hause eher mal der Satz „Leg doch mal dein Handy weg“ fällt, heißt es jetzt: „Nimm doch mal dein Handy in die Hand, um Unterricht an der Musikschule zu haben!“

Damit sich alle gegenseitig gut im Videochat sehen können, wurden vor allem bei den Schüler*innen, spannendste Konstruktionen entwickelt, damit auch das Instrument mit ins Bild passt. Dann stand der Computer schnell mal in einem Schrank, auf dem Schreibtisch, auf dem Klavier oder in einem Schuhkarton, damit auch wirklich nichts umfallen kann. Auch wurde uns von abenteuerlich balancierten Tablets oder Computern auf dem Klavier oder in einem Schrank, oder auch von mit Klebeband festgeklebten Endgeräten berichtet. Damit haben auf jeden Fall einige Schüler*innen ihrer Lehrkraft ein breites Lächeln ins Gesicht gezaubert. Manchmal aber auch vielleicht ein kleiner Schock, da die Sicherheit für den Computer oder das Instrument nur am seidenen Faden hing.

Jedem von uns ist klar, dass besondere Situationen besondere Ideen erfordern und wir bedanken uns sowohl bei unserem Kollegium als auch bei allen Schülerinnen und Schülern, dass jeder mit so viel Motivation diesen Unterricht möglich macht. Jedoch glauben wir auch, dass sich jeder wieder darauf freuen wird, in ein Gebäude der Musikschule fahren zu können  und dort „persönlichen“ Unterricht zu erhalten oder zu geben.

Digitaler Unterricht in Großgruppen – Geht das?

Seit einigen Wochen läuft der Onlineunterricht an der Musikschule. Aber wie ist das eigentlich mit Unterricht in Großgruppen? Geht auch das online?

Die Kreismusikschule bietet im Elementarbereich eine große Bandbreite an Angeboten. Dazu zählt der Musikgarten, die Musikalische Früherziehung, die Musikalische Grundbildung beispielsweise in Spielmannszügen, aber auch das Instrumentenkarussell. Außerdem bietet die Musikschule in vielen Kooperationen musikalische Angebote an Grund- und weiterführenden Schulen ebenfalls digital an.

Die Angebote der Kooperationen und die des Elementarbereichs finden innerhalb des Gruppenunterrichts mit mindesten fünf Personen statt. Aber geht das überhaupt in Form des Onlineunterrichts?

Es geht! Ab dem 27.04.2020 werden auch diese Stunden in Großgruppen nach und nach online stattfinden. Dazu haben wir vier digitale Unterrichtsräume eingerichtet und sind sehr gespannt, ob es funktionieren wird. Ab dem 01.05.2020 sind ebenfalls Online-Angebote für die Kooperationen in unseren virtuellen Unterrichtsräumen geplant. Über die beiden Themen werden wir im nächsten Newsletter berichten.

Auch in unserem Kernbereich gibt es Gruppen mit bis zu fünf Teilnehmer*innen. Auch in diesen Gruppen wird die gesamte Unterrichtszeit gleichmäßig aufgeteilt. Zwar fällt in dieser Zeit das gemeinsame Musizieren mit der Lehrkraft durch Zeitverzögerungen in der Übertragung oder mit anderen Gruppenmitgliedern weg, jedoch ist es manchmal auch nicht schlecht, wenn man allein an etwas arbeiten kann, beispielsweise um eine Technik zu verbessern oder nochmal etwas nachzuholen, was bisher auf der Strecke blieb.

Ab Anfang Mai wollen wir auch versuchen, die Ensemblearbeit in Teilen online stattfinden zu lassen, was sicherlich schwierig wird, durch den Versatz bei der Übertragung. Wir werden berichten.

Online Tutorials

Nicht nur bei unseren Lehrkräften, sondern auch in unserem Verwaltungsteam gestaltet sich die Arbeit durch die Pandemie anders als gedacht. Viele in unserem Team arbeiten im Homeoffice. Einige müssen dennoch ins Büro, um regelmäßige Arbeiten mit den jeweiligen PC-Programmen erledigen zu können oder die Hotline zu bedienen. Jedoch befindet sich bei uns nur noch jeweils eine Person pro Etage im Verwaltungsgebäude. Durch die Umstellung ins Homeoffice wurde beispielsweise unsere Homepage komplett erneuert und der Youtube Kanal mit vielen neuen Videos gefüllt.

Viele unserer Lehrkräfte haben jeweils für ihr Instrument oder ihren Fachbereich Ideen entwickelt, wie der normale Unterricht durch Online-Tutorials unterstützt werden kann. Gerade jetzt, wo alle im Homeoffice sind, gibt es neue Möglichkeiten zu arbeiten und sich die Zeiten anders einzuteilen. Aus diesem Grund erstellen gerade einige Kolleginnen und Kollegen Videos und erklären bestimmte Themenbereiche an ihren jeweiligen Instrumenten. Dabei kann es um Technik oder Musiktheorie, aber auch um Musikalität oder das Auftreten mit und an dem Instrument gehen. Nicht nur im Instrumentalbereich sind gerade alle fleißig dabei Videos aufzunehmen. Auch unsere Kolleginnen aus dem Elementarbereich sind bemüht, kleine musikalische Geschichten in Videos zu erzählen. Denn so ist für jeden etwas dabei! Sogar für die kleinsten Teilnehmer*innen unserer Musikschule.

So stellt auf unserem YouTube Kanal KMS Peine zum Beispiel Frau Isufov das Frühlingslied mit verschiedenen Begleitinstrumenten vor, oder Frau Bamesberger die Geschichte von Robbie dem Hund. Auch unsere Kollegin Frau Becker stellt auf diese Art und Weise eine Geschichte vor: Das Küchenmärchen. Durch dieses Engagement können auch die Kinder der Musikalischen Früherziehung oder des Musikgartens die musikalische Welt entdecken und vielleicht auch zu Hause manch neues ausprobieren.

Auch auf der Homepage gibt einen internen Bereich, in dem sich alle Schülerinnen und Schüler der Musikschule Tutorials angucken können. In diesem Bereich können dann Lehrkräfte ganz gezielt mit bestimmten Schüler*innen Videos teilen. Hierbei können dann Tutorials mit einer ganzen Instrumentalklasse, mit einzelnen Kleingruppen, einem einzelnen Schüler, aber auch dem Kollegium geteilt werden, ohne dass Unbefugte davon Gebrauch machen können.

Auf unserem YouTube Kanal werden in regelmäßigen Abständen Videobeiträge hochgeladen. Zum jetzigen Zeitpunkt stellt sich zum Beispiel ein Teil unseres Kollegiums in kleinen musikalischen Videos von zu Hause aus vor. Es lohnt sich daher auf den verschiedenen Plattformen vorbeizuschauen. Gerne auch mit der ganzen Familie!

„Musik gegen Einsamkeit“

In der Zeit der Pandemie ist alles anders. Das haben mittlerweile alle bemerkt, denn man kann längst nicht mehr so unbeschwert einkaufen gehen, sich mal eben mit Freuden oder der Familie treffen, oder einfach mal ins Schwimmbad fahren. Und so findet in dieser Zeit jeder eine Beschäftigung, der man zuvor vielleicht nicht so intensiv nachgehen konnte.

Aber was machen eigentlich die älteren Personen aus unserer Gesellschaft, die vielleicht im Altenheim oder anderen Pflegeheimen leben?

Für viele ist es selbstverständlich zum Handy, zum Tablet oder zum Computer zu greifen und Angebote über das Internet wahrzunehmen. Sei es das Konzert der Lieblingsband, der Gottesdienst oder der Kontakt zu Freunden über Skype, Facetime oder andere Plattformen. Aber was machen Menschen, die zu den neuen Medien keine Beziehung haben?

Frau Dr. Andrea Friedrich (Leitung Dezernat für Soziales), Sven Trümper (Leitung der Musikschule) und Frau Rosenberger (Fachbereichsleitung für Inklusion – alle Landkreis Peine) hatten schnell eine Idee: Kleine Konzerte vor dem Eingang oder im Innenhof von Alten- und Pflegeheimen. Und genau so schnell wie die Idee kam, wurde sie auch umgesetzt. Frau Rosenberger nahm sich der Planung an und es wurden in kürzester Zeit viele Alten- und Pflegeheime im Landkreis Peine über die Projektidee informiert. Daraufhin meldeten sich viele der Heime mit Begeisterung zurück. Im gleichen Moment wurde das Kollegium der Kreismusikschule über die Idee informiert. Auch hier war die Begeisterung für die Idee groß. Und somit stand der Umsetzung des Projekts „Musik gegen Einsamkeit“ nichts mehr im Wege.

Es entstanden in kürzester Zeit Teams aus jeweils zwei Kolleg*innen, die mit den Heimen Kontakt aufnahmen und dort einige Tage später ein kleines Konzert in den Innenhöfen spielten.

Mittlerweile ist jedes Altenheim geschlossen. Das bedeutet, dass keine Besucher hinein dürfen und die Bewohner nicht heraus dürfen. Die Angestellten dürfen nur unter hohen Hygienevorschriften zur Arbeit, denn jeder möchte die Ausbreitung des Virus vermeiden.

Aus diesem Grund ist die Freude bei den Bewohnern umso größer, als sie die Instrumente sahen und der Musik lauschen konnten.

Wenn man an den Gebäuden hinaufschaut, kann man ein Meer aus geöffneten Fenstern und gefüllten Balkonen erkennen. Die Kolleginnen und Kollegen der Musikschule laden zum Mitsingen ein, denn die Texte der Lieder sind jedem bekannt. Mal wird das Lied „Im Märzen der Bauern“ gespielt, bei einem anderen Mal „Du liegst mir am Herzen“. Das wohl passendste Lied ist „Horcht was kommt von draußen rein“, denn draußen sind unsere Kolleginnen und Kollegen, die die Musik zu den Fenstern und Türen hineinkommen lassen.

Alle Bewohnerinnen und Bewohner und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der unterschiedlichen Heime lauschten den bekannten Melodien, die an einem Haus von Klavier oder Harfe und Cello, an einem andern von einer Geige, am nächsten von Klavier und Gesang und an einem noch andern von einem Akkordeon gespeilt wurden und auch immer noch gespielt werden. Denn nicht nur vor Ostern und in der dieses Jahr etwas anderen Osterzeit wurden Konzerte gespielt. Sie werden auch in der Coronazeit nach Ostern weiterhin fortgeführt, sowohl an Alten- und Pflegeheimen, die schon einmal einem Konzert lauschen durften als auch an Einrichtungen, die noch kein Konzert erhalten haben.

Die Konzerte sind bisher ein voller Erfolg. Sowohl für unsere Musikschule und unsere Kolleg*innen, also auch für die Heime, die so den Bewohnern ein bisschen Abwechslung bieten können. Nach jedem Lied wird die Freude größer und der Applaus, den unsere Instrumentalisten ernten dürfen, auch. Manchmal hört man aus den einzelnen Fenstern zurufe wie „Spielt doch noch ein paar Lieder“ oder „Kommt gerne nochmal wieder, ich höre so gerne zu“.

Unter solchen Umständen merkt man immer wieder wie wichtig, wie bedeutend die Musik ist und wie viel Freude man einem Menschen damit bereiten kann, ohne einen riesigen Aufwand zu betreiben.

Auch an dieser Stelle bedanken wir uns bei allen mitwirkenden Kolleginnen und Kollegen.

Auch möchten wir uns bei den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Alten- und Pflegeheime bedanken, die alles dafür tun, dass die Bewohnerinnen und Bewohner gesund bleiben!

Traurig, aber nicht zu ändern

Wie Sie sich wahrscheinlich bereits gedacht bzw. auch schon erfahren haben, wurden alle geplanten Veranstaltungen für das diesjährige 40jährige Jubiläum unserer Kreismusikschule komplett abgesagt. Sicherlich ist es sehr traurig, dass die gesamte, zum Teil recht schwierige Planung über den Haufen geworfen werden musste. Außerdem üben viele von Ihnen schon sehr lange für ihre Auftritte im Jubiläumsjahr, aber es ist nicht umsonst. Alle ausgefallenen Veranstaltungen werden einfach in das nächste Jahr verlegt und wir feiern unser 40jähriges Jubiläum unter dem Motto “41 Jahre KMS Peine – Jetzt erst recht !!” eben ein Jahr später. Das kann nicht jeder 😉.

Also freuen Sie sich auf das nächste Jahr, wo es viele tolle Aufführungen und Konzerte geben wird.

 

Last but not least: Aus alt mach neu

Da die Homepage der Kreismusikschule doch schon etwas in die Jahre gekommen war, kam die Idee, eine neue, aktuellere zu kreieren. Gedacht getan! Unser Leiter Sven Trümper und Simon Köhler, den Sie alle sicherlich auch von den Auftritten der Combo der KMS kennen, haben in nächtelanger Detailarbeit die neue Homepage konzipiert. Und sie ist super – sehen Sie selbst: www.kms-peine.de. Außer den altbekannten Informationen über die Verwaltung, das Kollegium, die Ensembles und kommende Veranstaltungen wird es zukünftig auch die Möglichkeit geben, sich auch direkt online anzumelden, die neue App der KMS Peine zu laden, den eigenen Shop zu besuchen, direktes Feedback zu hinterlassen oder die digitalen Unterrichtsräume zu besuchen. Außerdem kann man die einzelnen Ensembles der Kreismusikschule online buchen – z.B. für Geburtstagsfeiern, Firmenjubiläen oder einfach um jemanden eine Freude zu machen.

Ansprechpartner für die Homepage ist Simon Köhler.

Freuen Sie sich auf die neue Homepage – es gibt Einiges zu entdecken.

 

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